Schieß- und Standaufsicht

Die Situation rund um das Thema Schieß- und Standaufsicht, ohne zu garantieren es komplett abgedeckt zu haben.

Gemäß §10 AWaffV Abs. 1 hat der Inhaber der Erlaubnis für den Betrieb der Schießstätte die Pflicht verantwortliche Aufsichtspersonen zu bestellen.

Wer ist nun der Inhaber der Erlaubnis für den Betrieb der Schießstätte?

Erlaubnisinhaber für den Betrieb einer Schießstätte ist in der Regel der jeweilige Sportschützenverein und dessen Vorstand.

Hier gibt es noch weitere Regelungen.

Welche Voraussetzungen muss nun die verantwortliche Aufsichtsperson erfüllen? Grundsätzlich muss diese Person:

  1. Volljährig (Vollendung des 18. Lebensjahres)
  2. Zuverlässig (§ 5 WaffG)
  3. Persönlich geeignet (§6 WaffG)
  4. Sachkundig

sein.

Bei Beaufsichtigung von Jugendlichen bestehen noch zusätzliche Voraussetzungen (Jugend Basis Lizenz), die ebenfalls geregelt sind.

Volljährigkeit, Zuverlässigkeit und die persönliche Eignung erfüllen alle Besitzer von Waffenbesitzkarten.

Sachkundig, nach § 7 WaffG, muss die Aufsichtsperson auf den Schießständen sein, auf denen mit Feuerwaffen geschossen wird.

Bei Beaufsichtigung auf Luftdruckständen ist diese Sachkunde (§ 7 WaffG) nicht erforderlich

Die Sachkunde für verantwortliche Aufsichtspersonen sollte Kenntnisse zu folgenden Themen beinhalten:

  1. Schießstätte – Vorgaben, Zustand, Schießstandrichtlinien, Schießstandordnung, Versicherung
  2. Waffenrechtliche Regelungen ausgeschlossene Schusswaffen, zulässige und unzulässige Schießübungen, sportliches Schießen, Ausnahmen von Erlaubnispflichten
  3. Altersgrenzen
  4. Aufgaben der Aufsicht
  5. Aufbewahrung von Waffen und Munition auf der Schießstätte
  6. Erwerb von Waffen und Munition auf der Schießstätte
  7. Verhalten bei Unfällen
  8. Versicherungsfragen

Das Seminar Schieß- und Standaufsicht des Verbandes ergänzt und komplettiert damit die Sachkunde gemäß § 7 WaffG und schafft die Voraussetzung zur Aufsichtsausübung auf Luftdruckständen.

Fazit:

Der Inhaber der Erlaubnis zum Betrieb einer Schießstätte (voraussichtlich der Verein) ist m.E. gut beraten die Voraussetzungen bei jeder in Frage kommenden Person zu prüfen.

Bei Beaufsichtigung auf Ständen auf denen mit Feuerwaffen geschossen wird, ist m.E. sowohl die Sachkunde gemäß §7 WaffG wie auch das Seminar Schieß- und Standaufsicht des Verbandes erforderlich.

Bei Beaufsichtigung auf Ständen, auf denen mit Luftdruckwaffen geschossen wird, ist m.E. das Seminar Schieß- und Standaufsicht des Verbandes erforderlich und ausreichend.

Bei allen Personen ist dann im Anschluss noch eine eingehende Einweisung in alle sicherheitsrelevanten Einrichtungen auf der Schießstätte wichtige Voraussetzung zur Durchführung der Aufsicht.

Auf die rechtlich vorgesehenen Schritte zur Bestellung der verantwortlichen Aufsichtspersonen möchte ich nicht eingehen.

Darüber sollte es keine unterschiedlichen Meinungen geben.

Mit freundlichen Grüßen

Hans Joachim Kuhn

Beauftragter Bildungswesen

E-Mail: bildung@hess-schuetzen.de